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Die erforderlichen Schritte beschließen, um das Wermelskirchener Krankenhaus zu sichern

Nach Durchsicht und Bearbeitung aller dem Rat zur Verfügung gestellten umfangreichen, nachvollziehbaren und zukunftsweisenden finanzrelevanten Daten und juristischen Stellungnahmen, hat die Fraktion VWG / Zukunft Wermelskirchen auf ihrer gestrigen Fraktionssitzung einstimmig beschlossen, ihrer bereits seit Monaten geäußerten Auffassung und auch durch öffentliche Verlautbarungen und Aktionen wie der Petition deutlich gemachten Auffassung zu folgen und somit die für die Sicherung des Wermelskirchener Krankenhauses für die nächsten fünf Jahre erforderlichen Beschlüsse in der Ratssitzung am 13. Juli mit zu tragen.

Das Wermelskirchener Krankenhaus ist aus Sicht der Fraktion für die Stadt weniger eine unter finanz- und betriebswirtschaftlichen Aspekten zu betrachtende Beteiligung als ein unverzichtbarer Teil Wermelskirchener Infrastruktur, der zur Grundversorgenung Wermelskirchens und seiner Bürger gehört.

„Die für das Krankenhaus Wermelskirchen eingesetzten Finanzmittel sind ein Beitrag der Stadt zu einer gelebten Gesundheits-, Sozial- und Gesellschaftspolitik! Service und Versorgung für die Bürger wie auch Erhalt der Infrastruktur und Arbeitsplätze sind für eine Stadt der Größe Wermelskirchens schlichtweg unverzichtbar.“ so die Fraktionsvorsitzenden Andreas Müßener und Henning Rehse.

Der Fraktion ist sehr wohl bewusst, dass die für die nächsten Jahre dafür anfallenden Finanzmittel im städtischen Haushalt seriös abgebildet werden müssen.

Die Fraktion bittet zudem den Rheinisch-Bergischen Kreis, die dafür erforderlichen Schritte als Miteigentümer auch zu beschließen.

Foto: RP

💬 2 Kommentare

  • Hallo zusammen,

    beim KH Wkirchen schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Es ist völlig unsinnig, ein finanziell angeschlagenes Haus über die Stadt- und Kreisseite zu retten. Die Gründe hat das KH Wkirchen nicht zu verantworten, der betriebswirtschaftliche Selbstmord für die Kommune / den Kreis bleibt jedoch. Es muss allen Akteuren klar sein, dass das die nächsten fünf Jahre ein Blankoscheck ist, da niemand die Entwicklung der KH prognostizieren kann. Ob Daseinsvorsorge so weit gehen muss, ist sicher diskussionswürdig (auch unter dem Aspekt der Steuererhebung Grundsteuer / Erhöhung).

    Nun, zum zweiten Herz, was bei mir überwiegt / doppelt schlägt. Ich freue mich, dass wir dennoch retten und dies auch medial kommuniziert haben. Ich hänge persönlich an dem Haus und kenne die gute Arbeit des Teams dort. Auch möchte man im Notfall weder ins Sana Remscheid, nach Radevormwald oder nach Leverkusen fahren müssen. Aus eigenem Erleben in Remagen (Rh.-Pfalz) weiss ich, was passiert, wenn man ein Haus schließt (KH Maria Stern, Remagen, wurde neulich geschlossen). Die Einwohner von Remagen und dortigen Dörfern nehmen aktuell viele Kilometer rheinabwärts (andere Rheinseite / Linz) in Kauf. Wenn ein Haus einmal zu ist, bleibt es zu!

    Wir sollten prüfen, wie sich das KH Wkirchen neue Geschäftsfelder erschließt.

    Ich hatte in der alten Legislatur im Kreis (Ausschuss GRV) das Thema der droh. hausärztlichen Unterversorgung angesprochen. Zwar stimmten alle zu (wir haben eine kleine Unterdeckung, die KV rechnet sich Unterdeckungen gerne mit Überdeckungen aus Remscheid / Solingen „schön“), dennoch war niemand bereit, das Thema kreisweit mit Stipendien an junge Medizinstudierende zu pushen (Stipendien gegen ärztliche Tätigkeit im Kreisgebiet nach Studium). Das war der übliche Vorgang, wenn Anträge halt nicht von den Altparteien kommen. Man gönnt uns nicht den Erfolg.

    Ich sprach eben von einer Unterdeckung, die in Zukunft zunehmen wird. Die Ärzteschaft in Wkirchen steuert auch massiv auf die 60 (Schnitt) zu. So auch mein ehem. Hausarzt, der die letzten Jahre nur noch in einer Gemeinschaftspraxis tätig sein möchte. Viele junge Mediziner streben keine eigene Praxis mehr an (Bürokratie, Arbeitszeiten, Verschuldung bei Übernahme, sinkende Erlöse…). Dies gilt es zu würdigen.

    Warum ziehen wir bei zukünftig abnehmenden Ärzten in Wermelskirchen nicht ein MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum Hausärzte) unter dem Dach des Krankenhauses, hoch. Im Bereich der Orthopädie hat das KH ein MVZ.

    MVZ müssen nicht automatisch schlecht laufen, häufig werden sie sogar schon zum Spekulationsobjekt. Ausrichtung, IGeL-Leistungen….

    Mit einem MVZ Hausärzte (Neugründung) wirken wir zukünftig der drohenden Unterversorgung entgegen, beschäftigen Ärzte im Krankenhaus (MVZ) und haben die erforderliche Infrastruktur des Krankenhauses (Busanbindung, Parkplätze). Auch wirkt dies belebend für junge Ärzte. Dies geht natürlich nur in enger Abstimmung mit der KV, die die Sitze verteilt. Hier müsste ggf. noch etwas gewartet werden oder wir stellen die Überdeckung dann dar, die dem Südkreis (Teile ohne Nähe Köln), sowie dem Oberbergischen Kreis auch entgegenkäme. Dann hätten wir ggf. Gäste aus dem Oberbergischen und dem Südkreis hier. Vielleicht bietet sich auch noch ein Zweig der Kinderheilkunde an, der ja aktuell sehr schlecht läuft (Versorgung / Unterdeckung).

    Nicht zu verwechseln, das MVZ wäre dann ein „Ableger“ des KH und sichert ggf. das Haus mit ab. Gesundheit wird immer mehr kommunale Aufgabe!!!!

    Vielleicht ein Thema für die Fraktion, das Rechtliche müsste man im Detail prüfen?

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